Noch kein Meister ist vom Himmel gefallen. Die Devise lautet also üben!
Allerdings solltet ihr nicht unbedingt Zeit und Kraft verschwenden, wenn die Muskulatur dafür einfach noch nicht da ist. Was bringt es euch wenn ihr gerade so einen Klimmzug schafft und den Muskel total erstickt und ans Versagen trainiert ? Richtig, nur längere Regeneration.

Stattdessen sollte man etwas ausweichen und geduldig sein. Als Ersatz für den Klimmzug bieten sich zwei Möglichkeiten. Entweder geht ihr an den Latzug oder an die Klimmzugmaschine. Letztere hat Gegengewichte, die an der Ablage hängen. Ihr kniet auf dieser und macht nichts anderes als einen Klimmzug nur mit weniger Eigengewicht. Schritt für Schritt könnt ihr so das Gewicht steigern bzw. euer Gegengewicht senken, was mittelfristig dazu führt, dass ihr stärker werdet für den Klimmzug. Noch eine Möglichkeit wäre ein starkes Terraband, das ihr an der Klimmzugstange befestigt und euch sozusagen reinspannt. Effekt ist der gleiche wie bei der Klimmzugmaschine – ihr macht Klimmzüge mit etwas „Hilfe“ von unten.
Bei den Dips ist es etwas leichter. Es gibt ebenfalls die Möglichkeit an der Klimmzugmaschine bzw. Dipmaschine einfach mit Gegengewicht zu trainieren oder ihr macht Anfangs  Arnold Dips an beziehungsweise zwischen zwei Bänken.

Nach einigen Wochen solltet ihr dann schon 2-3 Klimmzüge und Dips schaffen, das findet ihr natürlich nur raus, wenn ihr es gelegentlich probiert. Von hier aus solltet ihr in den „Hybridmodus“ gehen. Ihr trainiert erst Dips und Klimmzüge in Einzelwiederholungen oder wie viel eben machbar ist, aber so dass kein Muskelversagen auftritt. Wenn ihr gerade so 3 Klimmzüge/Dips schafft probiert doch 2,2,1,1,1 zu machen, die Pausen so lange wie ihr sie braucht. Danach macht ihr im selben Griff bzw. der gleichen Breite noch einige saubere Latzüge/Arnold Dips oder geht an die Klimmzugmaschine, zum Beispiel 2×12. Bei denen geht es in erster Linie darum den Muskel noch sauber zu trainieren, denn nur mit 7 Klimmzügen bzw. Dips ist das ganze etwas dürftig. Trotzdem sollen die Folgeübungen nicht sonderlich schwer fallen. Wichtig ist ihr solltet erst die Dips/Klimmzüge zu Ende machen und nach einer Pause dann noch die erweiternde Übung. Trainiert ihr im Supersatz, macht also erst Klimmzüge und direkt danach Latzüge o.Ä., verspreche ich, schafft ihr spätestens im dritten Satz keinen einzigen mehr. Das ist in meinen Augen nicht zielführend.

Selbst ich trainiere noch oft so, obwohl ich an guten Tagen auch saubere 3 x 8 Klimmzüge bzw. Dips schaffe.. wie oft hat man denn schon diese guten Tage 😉

Wichtig ist aber: sobald ihr Klimmzüge/Dips schafft, macht sie regelmäßig. Der Bewegungsablauf zwischen den Ersatzübungen ist zwar ähnlich, aber niemals so „wertvoll“, was die Koordination betrifft. Die Koordination kann der Körper nur erlernen, wenn man sie regelmäßig übt und richtig absolviert.
Ich lehne mich an dieser Stelle mal weit aus dem Fenster und behaupte:
Es gibt in den meisten Studios Breitlinge, die zwar mehr als ihr eigenes Körpergewicht von oben ziehen, aber keine 5 sauberen Klimmzüge schaffen, einfach darum weil sie es nie üben. An dieser Stelle reden wir natürlich von richtig sauberer Ausführung.

Motiviert bleiben! Je nach Plan setzt ihr 3-5 Wachstumsreize pro Woche für die Brust und Schultern, den Rücken sowie die Arme, also jene Muskeln die ihr für Klimmzüge und Dips am meisten braucht. Die Koordination erlernt ihr gerade und mit dem Essen kommt auch die Kraft 🙂
Nicht vergessen: Auch Langhantelrudern, Military Press und Bankdrücken trainieren den Rücken bzw. die Brust.

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