Darunter versteht man ein Ungleichgewicht zwischen Muskeln bzw. ihren Gegenspielern. Das bedeutet, dass ein Muskel zu wenig/viel trainiert wird oder in einem zu geringen Bewegungsradius (keine vollen Wiederholungen).
Daraus können langfristige Folgeschäden entstehen, die den Bewegungsapparat sowie Gelenke und Sehnen beeinflussen, da die betroffenen Muskeln bzw. Gegenspieler verkürzen und beispielsweise die Gelenk oder Knochenposition verändern können. Sehnen verkürzen, was den Bewegungsradius einschränkt.

Um dies zu verhindern, sollte man stets 2 Dinge beachten.

Zum einen sollte immer über die volle ROM (Range of Motion), also den vollen Bewegungsradius trainiert werden. Das bedeutet zum Beispiel, dass man beim Bankdrücken die Stange immer bis zur Brust führt und eventuell sogar leicht absetzt oder bei Dips so weit runter geht wie man kann (nicht nur 90 Grad Ellenbogenstellung). Bei Zugübungen beginnt man immer mit ausgehängten Schulterblättern, diese werden dann fixiert bevor die eigentliche Zugbewegung kommt, welche bis zur Brust (Klimmzug) oder dem Bauch (Rudern) absolviert werden. Bei der Kniebeuge geht man so weit runter, wie der Rücken gerade bleibt.

Zum anderen sollte man schauen, dass die Muskeln das gleiche Maß an Aufmerksamkeit bekommen. Viele Leute verausgaben sich besonders bei der Brust, aber was ist zu viel des Guten ? Nun wenn man ständig die Brust bis zum Versagen trainiert und eventuell noch erzwungen Wiederholungen mit Hilfe des Trainingspartners macht, muss dies auch für den Rücken passieren. Macht man ständig schweres 3×5 für die Brust bis zum Versagen und trainiert den Rücken mal gar nicht oder nur mit 2×12, wobei noch einige Wiederholungen möglich wären, wird der Rücken sich langfristig unterentwickeln. Abgesehen von den optischen Auswirken, dass die Schultern nach vorne einfallen, besteht auch eine erhöhte Verletzungsgefahr, da die Außenrotatorenmanschette ebenfalls untertrainiert ist und wichtig als „Gegenspieler“ für die Innenrotation, erzeugt durch die Brust, ist und sicherstellt, dass die Schultergelenke an der richtigen Stelle bleiben, während man drückt.

Ich kenne ehrlich gesagt wenige, die so schwer den Rücken trainieren wie die Brust. Aber man sollte vielleicht umdenken:
Wenn ich beim Rücken ein Gewicht nicht alleine ziehen kann, steigere ich es noch ? Mache ich erzwungene Wiederholungen ? Nutze ich eine unsaubere Technik ? Oder senke ich das Gewicht um halbwegs sauber trainieren zu können ? Warum passiert dies nicht für die Brust ? Wenn ich ein Gewicht nicht bewältigen kann, ist es zu schwer und ich muss mich in den nächsten Tagen oder Wochen erstmal darauf hinarbeiten.   

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